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Der Weg zum wahren Glück - Ein Interview mit Paul Ferrini

 

Glück ist ein häufig verwendetes Wort. Doch was bedeutet es, wirklich glücklich zu sein? Was ist dazu nötig und können wir alle glücklich werden? Warum sind wir es nicht?
Der spirituelle Lehrer und Bestsellerautor Paul Ferrini spricht in diesem Interview über den Weg zum Glück, über Masken und Schmerzen, über Heilung und einen „fühlenden Geist“, über die Verbindung mit dem Göttlichen und den Weg ins Nirgendwo.

 

Paul, welche Schritte haben dich dahin gebracht, den Weg zum wahren Glück zu lehren?

Einfach die Schritte, die für jeden von uns notwendig sind. Schmerz ist der Weckruf für uns alle. Als ich jung war, erlebte ich häufig großen psychischen Schmerz und wenn ich mich umsah, erkannte ich diesen Schmerz auch in anderen. Ich entschloss mich, einen Weg zu finden, der es mir ermöglichen würde, durch diesen Schmerz hindurchzugehen. Wir müssen anerkennen, wo genau dieser Schmerz sitzt. Wenn wir das nicht tun, können wir diese Wunden nicht heilen. In unserer Gesellschaft tragen viele Menschen eine Maske – ja, wir werden sogar dafür belohnt, eine Maske zutragen – bis irgendwann irgendetwas uns diese Maske vom Gesicht reißt. Dann müssen wir uns mit dem Schmerz, der darunter lauert auseinandersetzen.

 

Kann jeder ein freudvolles und glückliches Leben führen?

Sicher. Beim wahren Glück geht es nicht um unsere äußere Schale, unser Selbstbild oder unsere Maske – es geht um unseren inneren Kern. Es geht nicht darum, ob wir für andere gut aussehen, ob wir ihnen gefallen und ihre Bestätigung bekommen. Es geht darum, wie wir uns in unseren Herzen fühlen.
Mit anderen Worten: Glück ist ein innerer Zustand und keine äußere Bedingung. Oberflächliche Dinge wie Geld, Besitz, unser so genannter „Lifestyle“ spielen keine Rolle. Nicht, was wir tun oder haben, ist wichtig, sondern wer wir sind.
Wahres Glück ist für uns alle möglich. Da gibt es keinen Defekt und kein Defizit in uns, was uns daran hindert, glücklich zu sein. Aber es gibt falsche Glaubenssätze, die herausgefordert und Verletzungen, die geheilt werden müssen, so dass wir unsere Herzen dem Leben und der Liebe gegenüber völlig öffnen können.

 

Können wir das wahre Glück mit anderen Menschen finden?

Ja, aber meine Arbeit beginnt nicht bei den anderen – sie beginnt mit der Beziehung zu uns selbst. Diese Arbeit erfordert, dass wir uns selbst grundlegend akzeptieren. Wir müssen andere „vom Haken lassen“ und selbst die Verantwortung dafür übernehmen, uns zu lieben. Wenn wir das erst gelernt haben, ist es nicht mehr schwer, andere zu akzeptieren und zu lieben.

 

Welche spirituelle Arbeit muss ich tun, um wahrhaft glücklich zu werden?

Um wirklich glücklich zu werden, müssen wir vor allem lernen, uns selbst bedingungslos zu lieben und zu akzeptieren. Wir müssen durch unseren Schmerz hindurchgehen und unsere Verletzungen heilen. Wir müssen uns selbst und anderen das Übertreten von Grenzen und verletzendes Verhalten vergeben. Und am Wichtigsten: Wir müssen lernen die Verantwortung für unsere Gedanken, Gefühle, Worte und taten zu übernehmen und aufhören, anderen die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben. Das bedeutet, dass wir damit aufhören, uns selbst leid zu tun und als Opfer zu leben.

 

Das klingt nach einer großen Aufgabe...

Ja, der Pfad der Heilung und Ermächtigung ist herausfordernd, aber er führt zu einem wirklichen Wandel. Die spirituelle Rakete in den Himmel, die sich viele vorstellen oder wünschen, verspricht zwar eine schnelle Reise, aber ihr geht ziemlich bald der Treibstoff aus... Diejenigen, die hoffen, es werde ihnen jemand eine Glückspille geben, die sie nur zu schlucken brauchen, werden auf jeden Afll enttäuscht.
Jede Abkürzung, die ich Menschen habe nehmen sehen, führte in eine Sackgasse.
Letztlich müssen wir alle zu einer emotionalen Heilarbeit zurückkehren, die unsere Herzen der Präsenz der Liebe gegenüber öffnen wird.

 

Muss man ein sehr fortgeschrittener spiritueller Schüler sein, um sich auf diesen Weg zu machen?

Nein, diesen Weg kann jeder gehen, der in seiner Tiefe heilen möchte. Wir sind alle auf verschiedenen Stufen des Heilungs- und Ermächtigungsprozesses. Und jeder von uns kann tiefer heilen und sich mehr auf sein spirituelles Ziel einstimmen. Das Ziel meiner Workshops und Seminare ist es, jedem zu helfen, den nächsten Schritt auf seiner Reise zur Heilung zu tun – ganz gleich, wie dieser Schritt individuell aussehen mag. Ich freue mich immer, viele meiner Leser persönlich zu treffen. Gemeinsam können wir in einen Bereich jenseits von Worten und Konzepten vordringen...

 

Wie kommst du selbst in Verbindung, wie betrittst du diesen „Herz-Raum“, in dem du offenbar deine Bücher schreibst?

Es ist sehr einfach für mich, in die Stille zu gehen und ohne Schwierigkeiten nach innen zu lauschen. Ich habe diese Verbindung in vielen Jahren kultiviert. Meine Erfahrung ist, dass Gott nicht jemand anderer ist. Gott ist mein innerstes, in mir wohnendes Selbst. Die Erfahrung, mit sich selbst in Kommunion zu gehen, ist die Erfahrung mit allem in Kommunion zu gehen.
Unsere Energie verlagert sich in unsere Herzen. Wir fühlen alles tiefer. Wir erleben, dass wir mitfühlender mit uns selbst und anderen sind. In diesem Sinne wird aus dem „denkenden Geist“ ein „fühlender Geist“.

 

Kannst du das Konzept eines „fühlenden Geistes“ näher erläutern?

Gern. Ein fühlender Geist hat eine höhere Schwingung als ein denkender Geist. Unsere Intuition erwacht. Wir wissen, ohne zu wissen, wie wir wissen. Wir müssen die Dinge nicht mehr im Voraus begreifen. Wir können es zulassen, dass das Leben sich selbst auf natürliche Weise entfaltet. Wir beginnen uns gemeinsam mit dem Notwendigen zu bewegen, anstatt uns dagegen zu stemmen. Dinge geschehen, wenn sie geschehen, und wir sind zufrieden, sie sich ohne Druck auf uns oder andere entwickeln zu lassen. Wir werden geduldiger und auch aufmerksamer gegenüber den Geschenken, die uns jeder Moment bringt.
Wir hören auf, die Dinge zu forcieren und beginnen stattdessen, ihnen zu erlauben zu sein. Wir tanzen, wir entdecken, wir spielen. Wir genießen den Prozess und sind nicht mehr länger auf ein Ziel fixiert. Wir lernen, selbstsüchtige Wünsche loszulassen und schauen eher nach Ergebnissen, die allen zugute kommen.
Wir stellen die Herzverbindung zwischen uns und anderen wieder her. Wir verbinden uns mit Tieren, Planeten, Flüssen, Bergen, mit der unglaublichen Schönheit und Majestät der Natur. Wir lernen in Harmonie mit allen Wesen zu leben. Wir werden gute Verwalter der Erde und mitfühlende Schützer aller Lebensformen auf ihr. Wir ehren das Leben und kooperieren mit ihm. Auch darin erleben wir Glück.

 

Dein neues Buch heißt „Unterwegs nach Nirgendwo“. Das könnte man auch als eher hoffnungslose Botschaft missverstehen...

Dennoch ist gerade das Nirgendwo der Ort, an dem wir wirklich glücklich sein können. Wenn wir den Weg zu irgendeinem Ort unserer Vorstellung verlassen, zu irgendeiner fixen Idee, wie wir sein müssten oder sollten, dann hören wir auf uns in der Welt zu verlieren; wir kehren zu uns selbst zurück. Der Weg ins Nirgendwo ist der Weg zu unserem eigenen Herzen. Er ist der Weg ins Hier und Jetzt, der Weg, der beginnt, wenn wir aufhören, den gegenwärtigen Moment von uns zu weisen.
Wir begegnen uns selbst, jenseits von unseren Ängsten und Selbsttäuschungen – wir stehen nackt vor dem reinen Sein wie es sich in diesem Augenblick offenbart.
Dort gibt es keine Vorstellungen, Ideen, Glaubenssätze und Theorien mehr, die uns von unserem Glück trennen.


Vielen Dank für das Gespräch, Paul.

Sehr gern. Namaste.